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Warum ein Yoga Retreat manchmal nicht zustande kommt - trotz bester Intentionen


Viele Yogalehrerinnen entscheiden sich voller Idealismus dafür, ein eigenes Retreat anzubieten. Nach der Ausbildung entsteht irgendwann der Wunsch, die eigene Arbeit zu vertiefen, Menschen intensiver zu begleiten und einen Raum zu schaffen,

der über eine einzelne Yogastunde hinausgeht. Ein Retreat erscheint dafür wie der logische nächste Schritt.


Die Location ist schnell gefunden, das Datum steht fest, die Bilder sehen wunderschön aus und die Vorfreude ist groß. Man investiert Zeit, Energie und oft auch eigenes Geld. Man spricht mit der Familie darüber, plant Inhalte, entwickelt ein Programm und ist innerlich überzeugt: Das wird gut. Und dann beginnt der Verkauf.


Zunächst ist da Hoffnung. Die ersten Posts werden veröffentlicht, der Link zur Buchung verschickt, vielleicht kommen ein paar positive Rückmeldungen. Doch Wochen später sind erst wenige Plätze vergeben. Die Anfragen bleiben überschaubar. Die Unsicherheit wächst. Vier Monate vor Beginn fehlen noch immer die meisten Teilnehmerinnen.


An diesem Punkt beginnt bei vielen nicht nur der organisatorische Stress, sondern vor allem die Selbstzweifel:


War die Entscheidung zu früh?Ist die eigene Community doch zu klein?Bin ich vielleicht noch nicht erfahren genug?Fehlt mir die Ausstrahlung?


Ich kenne diese Phase – und ich weiß, wie sich diese Enttäuschung anfühlt. Nicht nur aus Gesprächen mit zahlreichen Lehrerinnen, sondern auch aus eigener Erfahrung. Es ist ein sehr unangenehmes Gefühl, wenn man viel Herz in ein Projekt gesteckt hat und plötzlich das Gefühl entsteht, es trägt nicht.

Was ich jedoch immer wieder sehe: In den seltensten Fällen liegt es an der Persönlichkeit oder an der fachlichen Kompetenz der Lehrerin. Die meisten Retreats scheitern nicht, weil jemand „nicht gut genug“ ist. Sie scheitern aus strukturellen Gründen.


Acht typische Gründe, warum Retreats nicht ausverkauft sind


Aus der Begleitung von sehr vielen Retreats in den letzten Jahren zeigen sich immer wieder ähnliche Muster:


  1. Die Planung beginnt zu spät, sodass kein ausreichender Vorlauf für Marketing und Buchungen vorhanden ist.

  2. Die Zielgruppe ist nicht klar definiert, weshalb die Kommunikation unspezifisch bleibt.

  3. Der Preis wird aus dem Bauch heraus festgelegt, ohne fundierte Kalkulation und ohne strategische Überlegung zur Positionierung.

  4. Es gibt keinen klaren Marketingplan mit festen Etappen und Zwischenzielen.

  5. Die eigene Community wurde im Vorfeld nicht systematisch aufgebaut oder vorbereitet.

  6. Die Kommunikation bleibt zu vorsichtig und enthält keine klaren Handlungsaufforderungen.

  7. Es fehlen Kontrollpunkte, an denen überprüft wird, ob man auf Kurs ist oder gegensteuern muss.

  8. Das Retreat wird inhaltlich durchdacht, aber nicht als wirtschaftliches Projekt verstanden, das geplant und gesteuert werden muss.


Keiner dieser Punkte sagt etwas über deine Qualität als Lehrerin aus. Aber jeder einzelne kann darüber entscheiden, ob ein Retreat wirtschaftlich tragfähig ist oder nicht.


Leidenschaft ist wichtig – aber sie ersetzt kein System


Ein Retreat zu konzipieren ist eine kreative und emotionale Aufgabe. Ein Retreat erfolgreich zu verkaufen ist hingegen eine unternehmerische Aufgabe. Beides gehört zusammen, wird aber häufig nicht klar voneinander getrennt.

Wenn du dich in dieser Situation wiederfindest, dann ist das kein Zeichen von persönlichem Versagen. Es bedeutet lediglich, dass dir möglicherweise das strategische Fundament fehlt, das hinter einem erfolgreichen Retreat steht.

 
 
 

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